Kreuzkirche-KW und Sprengel KW

 

Gedanken zum Monatsspruch September

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.
Hag 1,6 (L)

Das gab es zu allen Zeiten und wird es wohl auch immer geben: Menschen leiden Mangel. Sie haben einfach nicht genug. Nicht genug zum (Über-)Leben oder auch nicht genug zum Glücklich- sein. Nun waren wir in Deutschland über lange Zeit in einer relativ privilegierten Situation.

Auch hier hat die Corona-Pandemie vieles verändert. Wirtschaftliche Existenzen waren und sind in einer vorher nie dagewesenen Weise gefährdet. Gleichzeitig verursacht Corona ein Defizit, das über das Materielle weit hinaus geht.

Drei Lockdowns haben sichtbare Spuren hinterlassen. Was vor allem gefehlt hat, ist die direkte Begegnung mit den Mitmenschen von Angesicht zu Angesicht. Dieser Austausch ist durch nichts zu ersetzen – auch nicht durch noch so ausgeklügelte digitale Formate.

Auch wenn durch die weit fortgeschrittene Digitalisierung einige Folgen der Pandemie abgemildert werden konnten: Jeder Mensch braucht essentiell Begegnungen in der Kohlenstoffwelt.

Wir alle sind in erster Linie analoge Wesen – fast alle sind natürlich auch digital unterwegs. Trotzdem ist es auf Dauer nicht gut, ausschließlich digital zu kommunizieren.

Beim christlichen Glauben ging es schon immer um gelebte Gemeinschaft. Wir alle sind mit Jesus Christus gemeinsam im Leben unterwegs. Wir versuchen für unsere Mitmenschen da zu sein. Dabei ist es wichtig, dass man sich gegenseitig in die Augen schauen kann. Dass man im Gesicht des Gegenübers lesen und seine Mimik entschlüsseln kann. Deswegen bin ich in diesen Tagen voller Hoffnung. Immer mehr ist in Präsenz möglich.

Das öffentliche Leben wird langsam wieder hochgefahren. Die Rückkehr zur Normalität scheint realistisch möglich zu sein. Dafür bin ich Gott unendlich dankbar. Gott sorgt immer für uns. Wir dürfen Hoffnung haben. Berechtigte Hoffnung auf ein Ende des Mangels, von dem auch der Monatsspruch berichtet.

Es kann sich alles zum Guten wenden – und wird es hoffentlich auch. Dafür bete ich jeden einzelnen Tag – und lade Sie ein, es ebenfalls zu tun. Seien Sie gesegnet und bleiben Sie behütet,

Ihr Pfarrer Boris Witt



 



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